Kamera Brennweite einfach erklärt – Objektive in der Fotografie

Autor Backpackerbuddies Flo
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geschrieben von Flo

Über mich

Welche Brennweite ist die richtige für mich? Welche Brennweite nutzt man für was? Und was ist die Brennweite überhaupt?

Gerade als Fotografieanfänger ist es leicht, den Überblick über die vielen Faktoren zu verlieren, die ein Foto beeinflussen. In diesem Beitrag geht es um die Brennweite, wie sie dein Foto beeinflusst und welche Brennweite du für welche Art von Fotos überhaupt brauchst.

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Was ist die Brennweite einer Kamera?

Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und ist die Entfernung zwischen der Linse deiner Kamera und dem Brennpunkt. Der Brennpunkt ist der Punkt, an dem die Lichtstrahlen deines Objektivs fokussiert werden. Wir wollen dich aber nicht mit physikalischen Einzelheiten langweilen.

Einfach ausgedrückt: Die Brennweite gibt an, wie groß der Bildausschnitt ist, den du beim Fotografieren aufnimmst. Je größer die Brennweite, desto näher erscheint dein Motiv am Ende auf dem Foto. 12 mm Brennweite nehmen also zum Beispiel einen großen Bildausschnitt auf und das Objekt im Vordergrund des Fotos scheint weiter weg. 300 mm Brennweite nehmen im Gegensatz dazu beispielsweise einen deutlich kleineren Bildausschnitt auf, dafür scheint das Objekt im Vordergrund des Fotos deutlich näher. Im Abschnitt Brennweiten im Vergleich zeigen wir dir den Unterschied nochmal an einem Beispiel.

Die Brennweite ist allerdings nur einer der Faktoren, die den Bildausschnitt beeinflussen:

Einfluss der Brennweite in der Fotografie

Verschiedene Elemente der Fotografie haben einen Einfluss auf die Brennweite und andersrum. Bei der Auswahl der Brennweite sollten diese Einflüsse berücksichtigt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Der Crop-Faktor als Einfluss auf die Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs ändert sich grundsätzlich an keinem Kamerasystem. Ein 50 mm Objektiv hat an einer APS-C Kamera, an einer Vollformat Kamera und an allen anderen Kamerasystemen eine Brennweite von 50mm. Was sich an verschiedenen Systemen allerdings unterscheidet, ist der Durchmesser des projizierten Bildkreises. Oder anders ausgedrückt: Der Bildausschnitt. Da in APS-C Kameras ein kleinerer Sensor verbaut ist, verkleinert sich auch der Bildausschnitt im Vergleich zu einer Vollformat Kamera. Die gleiche Brennweite erfasst an einer APS-C Kamera also einen kleineren Bildausschnitt, als an einer Vollformat Kamera und das Objekt im Vordergrund des Fotos scheint näher.

Der Crop-Faktor ist also der Faktor, um den sich der Bildausschnitt eines Vollformat Objektives verkleinert, wenn man es an einer APS-C Kamera nutzt. Je nach Hersteller unterscheidet sich der Crop-Faktor etwas. Bei Sony beträgt er zum Beispiel etwa 1,5, bei Canon ungefähr 1,6.

Überlege dir vor dem Kauf eines Objektivs also, ob du es an einer Vollformat oder einer APS-C Kamera nutzen wirst und rechne den entsprechenden Crop-Faktor mit ein.

Wenn du mehr über den Crop-Faktor lernen möchtest und wissen willst, wie man ihn berechnet, schau dir unbedingt auch unseren Beitrag über den Crop-Faktor und die richtige Berechnung an.

Einfluss der Brennweite auf die Lichtstärke

Die Brennweite kann außerdem einen Einfluss auf die Lichtstärke eines Objektivs, also die maximale Blende haben. Wenn du nicht weißt, was die Blende ist, schau dir am besten zuerst unseren Beitrag über ISO, Blende und Verschlusszeit an.

Ein Einfluss auf die Lichtstärke ist allerdings nur möglich, wenn es sich um ein Zoom-Objektiv handelt. Je nach gewählter Brennweite ändert sich die maximale Öffnung der Blende, wobei eine höhere Brennweite dann immer eine schlechtere Lichtstärke zur Folge hat. Zoom-Objektive, bei denen sich die Blende je nach Brennweite ändert, erkennst du an folgenden Angaben: »F4.5-5.6«. Da zwei F-Nummern angegeben sind, bedeutet das, dass die maximale Blende, je nach Brennweite, entweder 4.5 oder 5.6 beträgt.

Es gibt allerdings auch Zoom-Objektive mit einer durchgängigen Lichtstärke. Bei solchen Objektiven findest du nur eine F-Nummer als Angabe. Diese sind meist teurer als Objektive ohne durchgängige Lichtstärke.

Einfluss der Brennweite auf die Bildstabilisierung

Damit deine Fotos nicht verwackeln, solltest du den Kehrwert der Brennweite als maximale Verschlusszeit wählen. Bei einer Brennweite von 250 mm sollte deine Verschlusszeit also nicht länger als 1/250 Sekunde sein. Noch besser wäre 1/500 Sekunde, dann bist du auf der sicheren Seite.

Viele Kameras und Objektive haben heutzutage eine verbaute Bildstabilisierung. In diesem Fall kannst du die Verschlusszeit um die vom Hersteller angegebene Anzahl an Stops, im Normalfall sind das 2-3, verlängern. Statt 1/500 Sekunde kannst du also 1/125 oder sogar 1/60 Sekunde lang belichten.

Festbrennweiten in der Fotografie

Als Festbrennweiten werden umgangssprachlich Objektive bezeichnet, die lediglich eine Brennweite haben. Mit Festbrennweiten kann man nicht zoomen, zumindest nicht optisch. Ein digitaler, kamerainterner Zoom ist mit Festbrennweiten zwar möglich, allerdings immer mit einem Qualitätsverlust verbunden und daher nicht sehr empfehlenswert.

Neben Objektiven mit Festbrennweite gibt es sogar Kompaktkameras, die nur eine einzige Brennweite abdecken, wie zum Beispiel die Sony RX1, die ein festverbautes 35 mm Objektiv hat.

Um den Bildausschnitt mit einer Festbrennweite zu vergrößern oder verkleinern, musst du die Kamera selber zu einem anderen Ort bewegen. Das ist auch der Grund dafür, dass sich Festbrennweiten sehr gut eignen, um ein besseres Gefühl für die Bildgestaltung zu bekommen. Man muss sich aktiv Gedanken darüber machen, wo und wie man die Kamera positionieren muss, um das gewünschte Motiv zu erreichen.

Ein großer Vorteil von Festbrennweiten ist außerdem die oftmals bessere Bildqualität und höhere Lichtstärke zu einem geringeren Preis. Da jedes Bauteil im Objektiv genau auf diese eine Brennweite ausgerichtet ist, müssen keine Kompromisse in der Bauweise eingegangen werden. Und eine höhere Lichtstärke und bessere Bildqualität ist natürlich immer erstrebenswert.

Zoom-Objektive in der Fotografie

Zoom-Objektive haben nicht nur eine, sondern unterschiedlich viele Brennweiten. So kann ein 70-400 mm Objektiv, wie das Sony SEL-100400GM, die Brennweiten 70 mm, 400 mm und jede dazwischenliegende Brennweite annehmen.

Neben Zoom-Objektiven gibt es auch kompakte Digitalkameras, wie die Sony RX100 VII, die eine Brennweite von 24-200 mm abdeckt und Bridgekameras, wie die Panasonic Lumix DC-FZ82, die sogar stolze 20-1200 mm abdeckt.

Der große Vorteil von Zoom-Objektiven gegenüber Festbrennweiten liegt auf der Hand: Um den Bildausschnitt zu verändern, muss man lediglich einen Knopf drücken oder an einem Rad drehen, und schon vergrößert oder verkleinert sich der aufgenommene Ausschnitt. Das erspart zum einen Zeit, zum anderen macht es eine Veränderung des Bildausschnitts auch möglich, wenn man sich physisch nicht zu einem anderen Punkt bewegen kann. Stehst du beispielsweise am Ufer eines Sees, kannst du mit einer Festbrennweite nicht näher an das Boot herankommen, ohne dich nass zu machen, während du mit einem Zoom-Objektiv problemlos ranzoomen kannst.

Ein großer Nachteil von Zoom-Objektiven ist der oftmals höhere Preis, zumindest wenn man auf Qualität setzt. Besonders Zoom-Objektive mit durchgängiger Lichtstärke gehen wirklich ins Geld. Zwar bekommt man auch günstigere Modelle, die aber öfter Farbfehler (chromatische Aberration), Vignettierung, Verzeichnung (kissenförmiges Foto) und abnehmende Schärfe in Richtung Bildrand aufweisen, als vergleichbare Festbrennweiten.

Brennweiten im Vergleich

Damit du dir ein besseres Bild davon machen kannst, welchen Bildausschnitt welche Brennweite erzeugt, wollen wir dir hier noch ein Beispiel zeigen. Die Kamera stand dabei immer an der exakt gleichen Stelle. Lediglich die Brennweite wurde entsprechend verändert.

Welche Brennweite nutzt man für was?

Grundsätzlich ist es natürlich jedem Fotografen selbst überlassen, mit welcher Brennweite er welches Motiv fotografiert. Trotzdem gibt es für jede Brennweite typische Einsatzgebiete, für die sie am besten geeignet sind. Die hier genannten Brennweiten beziehen sich auf die Nutzung des Objektivs an einer Vollformat Kamera!

50 mm Brennweite: Das Normalobjektiv

Ein 50 mm Objektiv wird üblicherweise als Normalobjektiv bezeichnet, da es in etwa dem Sichtfeld des menschlichen Auges entspricht. Für den Großteil aller Fotografen gehört das 50 mm daher auch zu den ersten Objektiven, die für Anfänger als Festbrennweite empfohlen werden.

Eine andere Bezeichnung für das 50 mm Normalobjektiv, welche auch gleich den hauptsächlichen Einsatzzweck verrät, ist »Portraitobjektiv«. Viele Fotografen schwören auf die 50 mm Linse für ihre Portraitaufnahmen. Wir nutzen zwar ein 35 mm Objektiv für unsere Portraits, allerdings an einer Sony APS-C Kamera, welches dann in etwa den gleichen Bildausschnitt abbildet, wie ein 50 mm an einer Vollformat Kamera (Brennweite 35 mm x Crop-Faktor 1,5 = Bildausschnitt 52,5). Zusätzlich zu Portraits lassen sich auch schöne Detailaufnahmen mit 50 mm Brennweite aufnehmen. 50 mm ist wohl eine der universellsten Brennweiten, da damit verschiedenste Motive eingefangen werden können. Es besteht allerdings auch die Gefahr, dass die Fotos am Ende etwas langweilig erscheinen, eben weil die Brennweite für unsere Auge so “normal” erscheint. Lass deiner Kreativität also freien Lauf!

Bis 20 mm Brennweite: Das Ultraweitwinkelobjektiv

Bei Objektiven mit einer Brennweite von 20 mm oder weniger spricht man von Ultra- oder Superweitwinkelobjektiven. Zusätzlich zu Ultraweitwinkeln gibt es noch die sogenannten Fisheye Objektive, die sogar eine 180 Grad Aufnahme ermöglichen und ein eher rundes Foto erzeugen.

Ultraweitwinkel eignen sich besonders gut für Landschaftsaufnahmen sowie Stadtfotografie. Selbst höchste Gebäude können mit einem Ultraweitwinkelobjektiv problemlos eingefangen werden. Landschaften lassen sich damit in ihrer ganzen Weite abbilden, was einen einzigartigen Eindruck im Foto vermittelt. Durch die Nutzung eines Ultraweitwinkels bekommt man auch besonders viel Tiefe und verschiedene Ebenen in ein Landschaftsfoto.

Bis 50 mm Brennweite: Das Weitwinkelobjektiv

Objektive mit einer Brennweite zwischen 20 und 50 mm werden als Weitwinkelobjektive bezeichnet. Sie sind nicht ganz so breit wie Ultraweitwinkel, erfassen aber trotzdem einen großen Bildausschnitt.

Weitwinkelobjektive sind ebenfalls sehr vielseitig. Haupteinsatzgebiete sind erneut die Landschafts- und Stadtfotografie. Aber auch Portraitaufnahmen kann ein einzigartiger Charakter verliehen werden, wenn man weiß, wie man ein Weitwinkel für Portraits zu nutzen hat. Dazu benötigt man etwas Erfahrung, denn die Aufnahmen können zu Beginn sehr merkwürdig aussehen. Hat man den Dreh aber erstmal raus, entstehen sehr individuelle und interessante Aufnahmen.

Ein weiteres Einsatzgebiet von Weitwinkelobjektiven sind zum Beispiel Gruppenfotos auf Hochzeiten, da damit alle Gäste auf einem Foto abgebildet werden können.

Bis 300 mm Brennweite: Das Teleobjektiv

Brennweiten zwischen 50 und 300 mm werden als Teleobjektive bezeichnet. Sie ermöglichen die Aufnahmen von weit entfernten Motiven, die mit einem Normal- oder Weitwinkelobjektiv nicht gut abgebildet werden können. Aufnahmen mit einem Teleobjektiv weisen weniger Tiefe auf und die verschiedenen Ebenen scheinen näher zusammenzurücken.

Das typische Einsatzgebiet von Teleobjektiven ist die Tierfotografie. Besonders Tiere, denen man sich nicht gut nähern kann, können oft nur mit einem geeigneten Teleobjektiv aufgenommen werden. Außerdem ist man in gewisser Entfernung eher unauffällig unterwegs, sodass die Tiere auch nicht erschrecken und davonlaufen.

Teleobjektive bis 100 mm Brennweite werden auch immer häufiger für Portraitaufnahmen genutzt. Besonders die Festbrennweite 85 mm ist für viele Portraitfotografen schon zum neuen Standard geworden. Die Portraits weisen einen ganz anderen Charakter auf, da der Hintergrund deutlich näher und dominanter scheint.

Auch für Sportfotografen sind Teleobjektiven am besten geeignet. Die Sportler befinden sich meist in einiger Entfernung zum Fotografen und können trotzdem detailreich aufgenommen werden.

Ab 300 mm Brennweite: Das Superteleobjektiv

Superteleobjektive, auch Ultrateleobjektive genannt, beginnen ab einer Brennweite von 300 mm. Nach oben ist dabei keine Grenze gesetzt. Es gibt sogar Objektive, die eine Brennweite von mehreren tausend Millimetern haben.

Superteleobjektive sind im Grunde nur noch für die Tier- und Sportfotografie interessant. Scheue Tiere und schnelle Sportler können damit ganz bequem aus einiger Entfernung aufgenommen werden.

Unsere Brennweiten Empfehlung

Gerade Fotografieanfänger sind oft mit der Auswahl geeigneter Brennweiten überfordert. Auch wir haben lange hin und her überlegt, welche Brennweiten wir tatsächlich brauchen. Zunächst solltest du dir Gedanken darüber machen, für welche Einsatzgebiete du deine Kamera nutzen möchtest. Willst du Sportfotograf werden? Dann ist ein Teleobjektiv ganz sicher die beste Wahl für dich. Du willst hauptsächlich Portraits aufnehmen? Dann solltest du dich für ein 50 oder 85 mm Objektiv entscheiden.

Für gleichgesinnte Reisende empfehlen wir eine Kombination aus verschiedenen Brennweiten. Am besten beraten bist du mit einer Kombination aus möglichst vielen Brennweiten. Es gibt beispielsweise die Zoom-Objektive SEL2470GM und SEL70300G von Sony, mit denen du alle Brennweiten von 24 bis 300 mm abdeckst. Damit hast du also sowohl Weitwinkel und Normalobjektiv, als auch Teleobjektiv immer dabei.

Persönlich würden wir aber auch immer mindestens eine Festbrennweite im Fotorucksack haben, da sie mit ihrer Lichtstärke und Optik oft unschlagbar schöne Bilder aufnehmen.

Wir sind so große Fans von Festbrennweiten, dass wir neuerdings sogar nur mit dem SEL28F20 an der a7R II, dem SEL35F18 an der a6500 und zusätzlich dem SEL70300G reisen. Was die Variabilität angeht sind wir damit natürlich etwas eingeschränkt, allerdings sind wir mehr als zufrieden mit dieser Auswahl und missen bisher keine Brennweite.

Welche ist deine Lieblingsbrennweite? Nutzt du lieber Festbrennweiten oder Zoom-Objektive? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen 🙂

Safe Travels
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