7 Vorteile von Festbrennweiten in der Fotografie

Autor Backpackerbuddies Flo
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geschrieben von Flo

Über mich

Wofür braucht man eine Festbrennweite, wenn es doch so viele Zoom-Objektive gibt, die deutlich vielseitiger einsetzbar sind? Diese Frage stellen sich viele Fotografen zu Beginn ihrer Fotografie-Karriere. Wir erklären dir in diesem Beitrag, welche Vorteile eine Festbrennweite mit sich bringt und wieso du unbedingt eine in deinem Fotorucksack brauchst.

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Was ist eine Festbrennweite?

Wie in unserem Beitrag zu Brennweiten in der Fotografie beschrieben, ist die Brennweite die Entfernung zwischen der Linse deiner Kamera und dem Brennpunkt. Angegeben wird sie in Millimetern.

Während das Fotomotiv bei sogenannten Zoom-Objektiven mit nur einem kleinen Dreh am Objektivring näher oder weiter weg erscheint, ist die Entfernung des Fotomotivs bei Festbrennweiten fix. Man kann mit einer Festbrennweite also nicht zoomen, weder rein noch raus.

Das hört sich für dich wahrscheinlich zunächst einmal merkwürdig an und du fragst dich vielleicht, wieso man nicht einfach ein Zoom-Objektiv kaufen sollte, mit dem man nicht so eingeschränkt ist. Und tatsächlich waren wir zu Beginn unserer Fotografie Laufbahn auch verunsichert, ob ein Zoom-Objektiv nicht reichen würde. Schließlich müssten wir dann nur ein, maximal zwei verschiedene Objektive kaufen und würden damit alle Brennweiten abdecken, die wir im Alltag benötigen. Mittlerweile sind wir allerdings so große Fans von Festbrennweiten, dass wir quasi ausschließlich damit fotografieren. Einzig im Bereich der Telefotografie setzen wir auf ein variables Zoom-Objetiv, da bei der Tier- oder Sportfotografie eine Festbrennweite schlichtweg nicht zu gebrauchen ist. Außer natürlich es handelt sich um seeehr langsame Tiere und Sportler 😉 Wieso wir im Alltag nur noch mit Festbrennweiten fotografieren, wollen wir dir gerne verraten.

Was sind die Vorteile einer Festbrennweite?

#1 Festbrennweiten sind klein und leicht

Im Vergleich zu Zoom-Objektiven sind Festbrennweiten meist deutlich kleiner und leichter. Einige Pancake Objektive, also besonders flache Ausführungen von Festbrennweiten, wiegen sogar weniger als 100 Gramm. Aber auch „normalgroße“ Festbrennweiten sind meist sehr kompakt und leicht. Besonders für Reisende ist das Gewicht und Packmaß von Festbrennweiten sehr erfreulich. Denn wie wir alle wissen, zählt für Backpacker jedes Gramm Gewicht und jeder Zentimeter Platz 😉

Du musst allerdings bedenken, dass Zoom-Objektive zwar grundsätzlich größer sind, allerdings auch mehre Brennweiten gleichzeitig abdecken. Würdest du alle möglichen Festbrennweiten mitschleppen, um den Brennweiten eines Zooms in nichts nachzustehen, summieren sich Gewicht und Volumen natürlich. Da wir nur jeweils eine Festbrennweite für unsere beiden Kameras dabei haben, sind das geringere Gewicht und Packmaß allerdings ein großer Vorteil.

#2 Festbrennweiten sind oft günstiger

Im Vergleich zu Zoom-Objektiven sind Festbrennweiten oft ein echtes Schnäppchen. Man bekommt sie teilweise schon für unter 100 Euro. Natürlich spielen beim Preis auch Faktoren wie Bildqualität, Lichtstärke und der Hersteller eine Rolle. Sehr gute Festbrennweiten bekommt man trotzdem bereits für wenige hundert Euro. Im Vergleich zu einem lichtstarken Zoom ist das nur ein Bruchteil des Preises.

#3 Festbrennweiten sind besonders lichtstark

Wo wir schon beim Thema Lichtstärke sind: Festbrennweiten haben tendenziell eine sehr gute Lichtstärke. Nicht selten liegt die maximale Blende bei F1.8 oder sogar darunter. Damit lassen sich wunderschöne Fotos mit unscharfem Hintergrund aufnehmen.

Zoom-Objektive mit einer guten, durchgängigen Lichtstärke sind extrem teuer. Oft wird daher mit variablen Lichtstärken gearbeitet, um den Preis möglichst niedrig zu halten. Persönlich sind wir allerdings große Fans von lichtstarken Objektiven und einem schönen Bokeh im Foto, so dass wir beim Kauf immer auf eine möglichst hohe Lichtstärke achten würden.

#4 Festbrennweiten eignen sich perfekt für Portraits

Die große Blendenöffnung ist auch der Grund dafür, dass Festbrennweiten sich hervorragend für die Portraitfotografie eignen. Wir lieben es, wenn unsere Portraits einen unscharfen Hintergrund haben und die fotografierte Person so richtig in den Fokus rückt. Dieser Effekt kann ausschließlich mit einem lichtstarken Objektiv erreicht werden.

Abgesehen von der Hintergrundunschärfe in Portraits, sind bestimmte Brennweiten mehr oder weniger gut für die Portraitfotografie geeignet. Am häufigsten wird eine Brennweite von 50 mm dafür verwendet, wobei auch 85 mm für Portraits immer häufiger zum Einsatz kommt. Diese beiden Brennweiten sind, wie könnte es anders sein, klassische Festbrennweiten. Das 50 mm Normalobjektiv bekommt man als Festbrennweite schon für einen sehr geringen Preis mit sehr guter Lichtstärke.

Festbrennweite Portrait
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#5 Festbrennweiten steigern die Kreativität

Hast du ein Zoom-Objektiv an deiner Kamera, kommst du leicht in Versuchung, den Bildausschnitt „mal eben“ durch zoomen zu verändern und dich schnell mit einer Aufnahme zufrieden zu geben. Mit einer Festbrennweite sieht das ganze schon anders aus. Willst du den Bildausschnitt ändern, bist du gezwungen, dich physisch zu bewegen. Du musst selber näher an das Motiv herangehen oder dich weiter entfernen. Gerade Anfänger bekommen so direkt ein gutes Gefühl für die Fotografie. Auch verschiedene Blickwinkel testen wir tendenziell häufiger mit unserer Festbrennweite aus, als mit unseren Zoom-Objektiven. Grundsätzlich wirst du dir definitiv mehr Zeit für dein Foto nehmen, was immer zu einem besseren Ergebnis führen wird.

#6 Festbrennweiten haben eine bessere Auflösung

Ein Objektiv besteht aus vielen Einzelteilen, wobei die einzelnen Gläser bzw. Linsen am wichtigsten für die spätere Bildqualität sind. Der große Vorteil bei Festbrennweiten ist, dass sämtliche Bauteile im Objektiv genau auf diese eine Brennweite angepasst sind. Die einzelnen Gläser sind genauso geschliffen, wie es für die entsprechende Brennweite perfekt ist.

Die Gläser in Zoom-Objektiven sind hingegen für mehrere Brennweiten konzipiert. Diese können damit auch gut abgelichtet werden, aber eben nicht perfekt.

#7 Festbrennweiten haben eine bessere Randschärfe

Das ist zwar nicht immer der Fall, aber häufig. Die Ursache liegt, genau wie bei der besseren Auflösung, in der Bauweise der Festbrennweite. Die verbauten Linsen sind bis zum äußeren Bildrand scharf. Bei Zoom-Objektiven kommt es durch die verschiedenen Brennweiten oft zu unscharfen Rändern, je nach dem welche Brennweite man gerade nutzt.

Welche Festbrennweiten empfehlen wir?

Wir könnten an dieser Stelle ewig viele Festbrennweiten vorstellen. Von jedem Hersteller gibt es sehr gute Modelle in verschiedensten Brennweiten. Wir wollen uns allerdings lieber auf eine Brennweite beschränken, die unserer Meinung nach jeder Fotograf in seinem Fotorucksack haben sollte: Das 50 mm Normalobjektiv. 50 mm sind so vielseitig einsetzbar, dass sie für uns unverzichtbar sind. Dabei ist es egal, ob es sich um ein 50 mm Vollformat Objektiv oder ein APS-C Objektiv mit einem entsprechenden Bildausschnitt handelt.

Festbrennweite Empfehlung für Sony

Wir haben es schon in so vielen Beiträgen gelobt und wir würden es immer wieder kaufen: Das Sony SEL35F18 APS-C Objektiv. Für Sony APS-C Modelle ein absolutes Muss. Der Bildausschnitt entspricht mit 35 mm Brennweite einem 52,5 mm Vollformat Objektiv, passt damit also perfekt. Es ist zwar nicht ganz so günstig, dafür aber sehr lichtstark und es überzeugt uns immer wieder auf’s Neue mit der super Bildqualität.

Im Vollformat Bereich würden wir auf das Sony SEL50F18F setzen. Für ein Vollformat Objektiv ist es sehr günstig. Es überzeugt mit hoher Lichtstärke und der kompakten und leichten Bauweise.

Festbrennweite Empfehlung für Nikon

Für Nikon Kameras empfehlen wir entweder das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,4G oder das günstigere AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G. Beide Objektive sind sehr lichtstark, wobei das erste mit einer Lichtstärke von F1.4 schon wirklich was hermacht. Dafür ist es mit 280 Gramm knapp 100 Gramm schwerer als das günstigere und immer noch sehr gute 1:1,8G.

Festbrennweite Empfehlung für Canon

Bei Canon würden wir auf das Canon EF 50mm f/1.4 USM Objektiv setzen. Es ist etwas hochpreisiger, allerdings auch extrem lichtstark. Zudem ist Canon’s ultraschneller Autofokus verbaut, was ein weiterer großer Pluspunkt ist. Die Bildqualität ist auch super. Insgesamt wäre dieses Objektiv unsere erste Wahl, wenn wir mit Canon fotografieren würden.

Festbrennweite Empfehlung für Panasonic

Im Bereich von Panasonic’s Micro Four Thirds Kameras legen wir dir das LUMIX G 25 mm / F1.7 ASPH an’s Herz. Als Micro Four Thirds Objektiv entspricht der Bildausschnitt genau 50 mm an einer Vollformat Kamera. Mit einer sehr guten Lichtstärke von F1.7 und einem sehr günstigen Preis überzeugt das Objektiv auf voller Länge.

Festbrennweite Empfehlung für Fujifilm

Für die APS-C Modelle von Fujifilm würden wir auf das Fujinon XF35mmF1.4 R setzen. Es ist zwar etwas teurer als das Fujinon XF35mmF2 R WR, allerdings ist der verhältnismäßig geringe Aufpreise für eine Lichtstärke von F1.4 es wert. Viel günstiger ist das Objektiv mit Lichtstärke F2 nämlich auch nicht. Der Bildausschnitt entspricht einem 52,5 mm Objektiv an einer Vollformat Kamera.

Festbrennweite Empfehlung für Olympus

Da auch Olympus auf Micro Four Thirds Sensoren setzt, empfehlen wir dir das M.ZUIKO DIGITAL 25mm F1.8 für ihre Kameras. Damit hast du den gleichen Bildausschnitt wie bei einem 50 mm Objektiv an einer Vollformat Kamera. Die Lichtstärke von F1.8 ist sehr gut und das Objektiv ist leicht und kompakt und macht sehr schöne Bilder.

Fotografierst du schon mit einer Festbrennweite oder ist das für dich Neuland? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

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