Was sind HDR Fotos und wie macht man sie?

Autor Backpackerbuddies Flo
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geschrieben von Flo

Über mich

HDR Fotos sind eine gute Möglichkeit, zu kontrastreiche Fotomotive gleichmäßig auszuleuchten und so ein ansprechenderes Foto zu erzeugen. Wofür HDR steht, wie man ein HDR Foto aufnimmt und in welchen Situationen man stattdessen lieber auf die klassische Fotografie setzen sollte, erfährst du in diesem Beitrag.

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Was ist ein HDR Foto?

HDR ist lediglich eine Abkürzung und steht für »High Dynamic Range« oder zu Deutsch »Hoher Dynamikumfang«. Gemeint ist mit einer HDR Aufnahme ein Foto, das aus mehreren Fotos in verschiedenen Belichtungsstufen kombiniert wird.

Dazu werden beliebig viele Fotos sofort hintereinander aufgenommen, die alle unterschiedlich stark belichtet sind – von unterbelichtet bis überbelichtet ist alles dabei. Die einzelnen Fotos sind aufgrund der Unter- bzw. Überbelichtung individuelle nahezu alle unbrauchbar. Lediglich die Fotos, die in der Mitte der Belichtungsreihe aufgenommen werden, könnten theoretisch auch als einzelne Aufnahme genutzt werden. Kombiniert man allerdings die einzelnen Aufnahmen miteinander, macht man sich die perfekt ausgeleuchteten Schatten einiger Bilder und die perfekt belichteten Lichter der anderen Bilder zu Nutze.

Sowohl Schatten als auch Lichter sind in einem HDR Foto schließlich perfekt ausbalanciert und resultieren in einem hohen Dynamikumfang, einer »HDR«.

Wie macht man ein HDR Foto?

Ein HDR Foto kann man auf verschiedenen Wegen erstellen. Ob intern in der Kamera, auf dem Smartphone oder manuell in der Nachbearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm – hier ist dir die Wahl gelassen.

HDR Fotos in der Kamera aufnehmen

Der einfachste, aber nicht unbedingt beste Weg, ist die HDR Aufnahme in der Kamera. Bei Sony heißt diese Funktion zum Beispiel HDR Auto, bei Canon gibt es einen eigenen HDR-Modus. Dabei nimmt die Kamera mehrere Fotos hintereinander auf, meist sind es standardmäßig drei, und kombiniert diese Aufnahmen kameraintern zu einem HDR Foto. Wenn du nicht viel Zeit in die Nachbearbeitung deiner Bilder investieren willst, ist diese Funktion durchaus eine gute Möglichkeit, ohne viel Aufwand ein Bild mit größerem Dynamikumfang zu erstellen, das keine unter- oder überbelichteten Stellen aufweist.

Sogar einige Smartphones besitzen die Fähigkeit, HDR Fotos aufzunehmen. Und ob du es glaubst oder nicht, die Fotos sehen oftmals gar nicht so schlecht aus. Eine bessere Möglichkeit ist allerdings, wie wir finden, die manuelle Belichtungsreihe.

HDR Fotos manuell am Computer erstellen

Um am Computer ein HDR Foto erstellen zu können, benötigt man logischerweise mehrere, unterschiedlich belichtete Aufnahmen des gleichen Motivs. Die Fotos sollten dabei in einem möglichst kleinen Zeitrahmen aufgenommen werden.

Wir bevorzugen für die Belichtungsreihe eine komplett manuelle Vorgehensweise. Dafür stellen wir zunächst die Blende der Kamera so ein, wie wir sie gerne hätten und wählen eine Verschlusszeit und einen ISO-Wert, bei dem das Bild einigermaßen ausgeglichen belichtet ist. Die Blende und der ISO-Wert bleiben während aller Aufnahmen unverändert. Die Verschlusszeit im Normalfall zwar auch, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, eine Belichtungsreihe mit Änderung der Verschlusszeit zu erstellen. Auf diese Weise kann man den Effekt einer Langzeitbelichtung erzeugen. Im Normalfall würden wir das allerdings nicht empfehlen und gehen üblicherweise folgendermaßen weiter vor: Im nächsten Schritt stellen wir die Belichtungskorrektur der Kamera so ein, dass das Bild generell unterbelichtet, die Lichter allerdings perfekt ausgeleuchtet sind. Schritt für Schritt ändern wir anschließend die Belichtungskorrektur so lange, bis wir ein überbelichtetes Foto mit perfekt ausgeleuchteten Schatten haben und nehmen bei jeder Änderung ein weiteres Foto auf.

Am Computer laden wir die Aufnahmen im letzten Schritt in Adobe Lightroom. Dort wählen alle Fotos der Belichtungsreihe aus, die wir verwenden wollen und erzeugen mit einem Rechtsklick auf die Bilder und Fotozusammenfügung → HDR das finale HDR Foto.

Wann sind HDR Fotos sinnvoll?

Nicht immer ist es sinnvoll, ein HDR Foto zu machen – auch wenn einige Stellen im Foto über- oder unterbelichtet sind. Je nach Situation kann es dadurch zu unerwünschten Nebeneffekten kommen.

Grundsätzlich eignen sich besonders Landschaftsaufnahmen perfekt für die HDR-Fotografie. Oftmals unterscheiden sich Himmel und Landschaft stark in ihrer Beleuchtung. Während der Himmel hell erleuchtet ist, fällt mitunter wenig Licht auf die eigentliche Landschaft. Hat man in so einer Situation keinen Grauverlaufsfilter zur Hand, ist die HDR-Fotografie das perfekte Instrument, ein gleichmäßig belichtetes Foto zu erstellen.

Weniger gut geeignet für die HDR-Fotografie sind unserer Meinung nach zum Beispiel Portraits. Wir finden einen überbelichteten Himmel bei Portraitaufnahmen durchaus interessant und würden ihn eher als Stilmittel einsetzen, anstatt eine HDR Aufnahme zu machen. Abgesehen davon bewegt sich das Model beim Fotografieren auch, was bei der Erstellung des HDR Fotos zu Problemen führen kann.

Ebenfalls weniger gut geeignet sind kontrastreiche Aufnahmen, wie sie in der Street Fotografie oft zu finden sind. Dunkle Silhouetten und überbelichtete Stellen im Foto sind dabei sogar erwünscht und ein HDR Foto würde in so einem Fall einfach komisch aussehen.

Zusammenfassend würden wir HDR Fotos also nur in der Landschaftsfotografie oder bei architektonischen Motiven anwenden, die sich nicht bewegen.

Hast du schon einmal ein HDR Foto aufgenommen? Wie gefällt dir der dramatische Effekt, den sie erzeugen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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